Lorenz Estermann

"Das Werk von Lorenz Estermann wird in die Nähe der zeichnerischen Erzähltradition eines Kubin, Herzmanowsky-Orlando oder Günter Brus gerückt. Abstrakt und figural mischt sich wie malerisch-graphische Ausdrucksweise mit meist verhaltener Farbgebung und freier Liniensetzung neben dynamischem Einsatz fleckiger Flächenverteilung. Metamorphosen von Tier und Mensch reihen sich neben ?frei fluktuierende Erinnerung?; inhaltlich gibt es Heiliges neben Szenen täglichen Lebens. Leere Sprechblasen sprechen auf die Abwesenheit der Sprache an und sollen - in Assoziation zu Comics - vom Betrachter selbst spontan eingefügt werden."


„[] Estermann macht deutlich, dass das Bild zu wesentlichen Teilen im Kopf des Betrachters entsteht, der Maler und Zeichner hingegen nur Anregungen und Anlässe liefert. In seinem Fall sind diese freilich gleichermaßen konkret wie bestimmt und in jenem Maße hochgradig virulent, dass den Rezipienten in allen seinen Sinnen aktiviert.”

(Peter Baum: „Kalkül, Emotion und Metapher. Zu den neuen Arbeiten von Lorenz Estermann.” In: Kat.-Ausst. Galerie Feichtner & Mizrahi, Wien, 2000)


„ Weil Du gefragt hast, was für mich relevant an der Kunst ist, muss ich gestehen: Ich habe für das Spirituelle mehr als nur eine Vorliebe. Vielleicht weil wir dort erst hinkommen in ferner Zukunft.”

(Lorenz Estermann im Gespräch mit Florian Steininger, Interview in: Kat.-Ausst. Galerie Feichtner & Mizrahi, Wien, 2000)