Prof. Karl Mostböck

"Spontan (und offenbar sehr inspiriert) hingekritzelte Damen in lustvollen Stellungen, sensibel laviert. Dazu weiß Karl Mostböck auch noch die "Erotik" von bereits anderweitig gebrauchtem Papier zu nutzen (die Knicke, Risse und Notizen). Kleine, intime Blätter voller Sinnlichkeit."

(Claudia Aigner über die Ausstellung in der Galerie Lang, in: Wiener Zeitung 15.3.2002)

„Wie die Arbeiten vieler Künstlerkollegen aus seiner Generation auch, ist die Malerei und Zeichnung Karl Mostböcks weitgehend von der Begegnung mit dem Lebensgefühl des Jazz geprägt. Seine Liniensprache ist mehr Schrift als Bild und sie horcht nach innen; sie folgt atmend und atemlos dem Puls der Dinge durch die Stimmungen des Geschehenden. Ein solches Vorgehen ist dem Chorus eines Jazzmusikers nicht unähnlich, denn auch dieser schreibt sich durch die Möglichkeiten seines Instruments. Was ich darum am deutlichsten über Karl Mostböcks Arbeiten sagen kann, ist, dass sie in der Sprache des Jazz gesprochen „swingen”. Sie nehmen Grenzen an, um Grenzen zu überschreiten.”

(Gerhard Meckbach im Vorwort zu „Swing. Karl Mostböck. Zeichnungen. 1985 1995.)

„Ich male, um mich mitzuteilen und um das Leben anzunehmen oder, wie es Julius Bissier einmal sagte, „um der Endlichkeit ein Stück Unendlichkeit und der Unendlichkeit ein Stück Endlichkeit abzuringen”.
Meines Erachtens ist die Antriebskraft der Kunst die reine Freude. Die Bilder entstehen nicht aus dem Intellekt, sondern aus dem reinen Bewusstsein, das die Äußerlichkeiten zwar widerspiegelt, aber nicht von ihnen abhängt.
Meine erste prägnante Begegnung mit der modernen Malerei waren die Werke von Jean Fautrier, die ich 1955 in Paris gesehen habe. Der Einfluß der Zen-buddhistischen Philosophie auf mein Werk machte sich ab 1964 deutlich bemerkbar, nachdem ich mich schon jahrelang damit beschäftig hatte. Was mir die Beschäftigung mit Zen bewusst machte, war die Kraft, die aus der Einfachheit und der Stille erwächst. Beinahe alle Menschen versuchen heutzutage die Probleme der Welt mit politischen Meinungen und Ansichten zu lösen und nehmen damit pausenlos Trennungen und Unterscheidungen im Nicht-Trennbaren und Nicht-Unterschiedenen (das heißt: in der Einsicht) vor, wodurch Leiden entsteht. Was unsere Welt braucht, sind Menschen, die Ruhe geben, wohlgemerkt: Ruhe GEBEN!
Die Anregung, mich ab Anfang der 80er Jahre auch intensiv mit der „Art Brut” zu befassen, war die Begegnung mit dem Werk von Pierre Alechinsky, das mich in der weiteren Folge auf die Gruppe COBRA verwies. Die Beschäftigung mit der „Art Brut” führte zu einer weiteren Befreiung meiner Zen-Arbeiten, in die ich ab 1985 verstärkt auch Informelles einfließen ließ.
Seit Anfang der 90er Jahre bemerke ich eine Verschmelzung der einzelnen Elemente meiner Arbeit ineinander, wodurch die Einheit des Universellen spürbar zum Ausdruck kommt, was mich sehr beglückt.
Ich bin mir vollkommen sicher, dass man schöpferische Kraft nur aus der Stille erwachsen lassen kann. Stille entsteht im Menschen und nicht außen. Wenn man sich selber beruhigt, beruhigt man die Welt.”

(Karl Mostböck, ein „Selbstzeugnis”, September 1996 entnommen aus: „Karl Mostböck.” Kat.-Ausst. OÖ Landesgalerie, 27. Okt. 27. Nov. 1994, Linz, 1994)