Ulrich Waibel

„Ulrich Waibel ist ein durch zahlreiche Preise ausgewiesener Meister geworden, dessen Beharrlichkeit fasziniert und auszeichnet. Biografisch bedeutend erscheint, wie er die Landschaft liest, wie er Bodenhaftung hält im Alpenvorland, in der Alleinlage seines Hauses unweit jener Stelle, wo er in einem stattlichen Vierkanthof seine Kindheit verbracht hat. Dieser Hof ist vom Erdboden verschwunden, geschleift, vielleicht bei günstigen Vegetationsverhältnissen aus der Vogelperspektive noch als Suchbild zu erspüren. Ulrich Waibel erzählt, die Äcker seien voll von Steinwerkzeugen, ans Tageslicht geackert; auch sie sind Reste von Besiedlungen, die in der Transitschneise lagen, von Kultur- oder Naturereignissen abgeräumt, eben ein Partikel, an dem Zeit „begreifbar” wird. Für den Künstler werden sie Mittel zum Zweck.”

(Johannes Jetschgo, aus dem Vorwort zum Ausstellungskatalog „Ulrich Waibel. Zeichnungen/Drawings.”)


„Seine absolut synthetische künstlerische Arbeitsweise integriert eine Vielzahl der unterschiedlichsten Erfahrungsquellen []. Es gelingt Ulrich Waibel und das ist wohl nur aufgrund der absoluten Konsequenz seiner künstlerischen Arbeit möglich -, eine eigene zeichnerische Erfahrungswelt aufzubauen und diese zugleich als ein künstlerisches Werkzeug weiter zu entwickeln. Er schafft seine persönliche Zeichenwelt mit vielfältigsten Bezügen, vor allem natürlich zu Naturemotionen und jenen Erfahrungen, die wohl am ehesten mit dem Begriff des „Atmosphärischen” umschrieben werden können. Sensibilität in der Aufnahme und direkte Ausdrucksgestaltung sowohl im Bezug auf die Welt innerhalb wie auch außerhalb des Zeichnungsblattes halten sich stets in feiner Balance. In diesem Sinne stehen Ulrich Waibels Blätter als Welt für sich, um zugleich als eine Art „Blickwechsler” als eine Art prismatischer Blickkonzentrierer auf unsere Wahrnehmungswelt zu dienen.”

(Peter Assmann, aus dem Vorwort zu „Ulrich Waibel. Zeichnungen/Leinwände.”)


„Es sind freie Zeichen, die ich in meinen Bildern in verschiedenen Kombinationen immer wieder einsetze. Frei im Sinn von offen für den kontemplativ langsamen Blick des Betrachters, der bereit ist, sich auch vielschichtige Bedeutungsebenen, auf Mehrdeutiges einzulassen: Meine Bilder sollen weder Abbild, noch Abstraktion sein.”

(„Atmosphären und Fließgleichgewichte Zum graphischen Werk Ulrich Waibels.” In: „Ulrich Waibel. Zeichnungen/Leinwände.”)